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Reportage aus der NZZ 08.Juli 2011

Wellness im Alpenschlösschen

Das Hotel Schwefelberg-Bad sieht aus, als wäre es einem Märchen entsprungen

Im bernischen Gantrischgebiet, auf 1400 Metern über Meer, liegt das Wellnesshotel Schwefelberg-Bad. Es ist ein wahres Kleinod mitten in der Natur und erst noch an einem Kraftort.

von Regula Tanner

Es war einmal vor langer Zeit auf einer Alp eine Schwefelquelle. Ihr wohltuendes Sprudeln lockte Völkerscharen an, welche sich ausschweifend vergnügten. Dem Landvogt im Tal gefiel das nicht. Er sprach von einem gottlosen Unwesen und erliess ein Badeverbot. Doch die Menschen, überzeugt von der Heilkraft des Ortes, gingen trotzdem hin. Und wenn die Quelle nicht versickert ist, dann sprudelt sie noch heute.

 

«Graues Gold»

Und wie sie sprudelt. Fast fünfhundert Jahre nach ihrer ersten urkundlichen Erwähnung, auf 1400 Metern über Meer, liegt sie immer noch eingebettet in die Wiesen und Wälder des bernischen Gantrischgebiets. Und dort, wo sie entspringt, steht heute das Resort-Wellnesshotel Schwefelberg-Bad. Ein Haus, das aussieht, als wäre es einem Märchen entsprungen. Seine stattliche Erscheinung mit Erkern, Türmchen und geschnitzten Balkonen verleiht einem das Gefühl, die Zeit sei stehengeblieben. Und vielleicht ist es gerade das, was so entschleunigend wirkt. Was einen staunen und geniessen lässt: auf der Sonnenterrasse sitzen, frische Bergluft atmen und durch die Gänge des Hotels wandeln. Dort gibt es einen «Petit Salon» aus der Belle Epoque, eine Cheminée-Lounge, das gemütliche Restaurant Bärengraben, ein Römerbad, Massageräume mit antiken Badewannen sowie einen höhlenartigen Raum, der in einer felsigen Wand die Schwefelquelle birgt.

Hier steht Claudia Meier, die Hoteldirektorin, und füllt einem Gast ein Glas mit Schwefelwasser ab. «Wir sind das einzige Hotel der Schweiz mit Naturfango aus hauseigener Schwefelquelle», berichtet sie stolz. Und dann beginnt die Frau, die das Hotel vor zehn Jahren von ihren Eltern übernahm, zu erzählen. Von ihrem Alpschlösschen, von der langjährig gepflegten Tradition und dem wohltuenden Naturfango, das sie «graues Gold» nennt. Sie spricht viel und schnell, ja fast sprudelt sie wie die Quelle, vor der sie steht. Und man spürt, wie sie für ihren Betrieb lebt. Claudia Meier setzt alles daran, dass sich die Gäste in dieser idyllischen Abgeschiedenheit wohlfühlen. Einen grossen Teil der Hotelzimmer hat sie selber liebevoll renoviert, mit Holz und Stein aus der Region.

So kommt es, dass praktisch jedes Zimmer seinen eigenen Charme und Charakter hat: Im einen steht ein erhöhtes Himmelbett, im anderen eine Badewanne mit freier Sicht auf die Natur. Auch winters ruht die Direktorin nicht: Mitunter betreibt sie gar den Pistenbulli auf dem direkt neben dem Hause liegenden Skigebiet.

Doch jetzt ist Sommer, und das Gantrischgebiet erstrahlt in seiner ganzen Farbenpracht. Wilde Bäche plätschern, auf den Magerwiesen blühen zwanzig Orchideenarten, und in den Mooren balzen seltene Birkhähne. So abgeschieden die voralpine Naturregion auch sein mag, so erstaunlich schnell ist sie zu erreichen: von Bern, Thun oder Freiburg aus in einer knappen Stunde.

Und ist man erst einmal beim Alpschlösschen angekommen, vergisst man die Zeit. Schaut und atmet. überlegt einzig, ob man sich zuerst eine Massage gönnen oder die Umgebung erkunden will. Entscheidet man sich für Letzteres, wird man sich kurz darauf fragen: Wohin des Weges? Hoch zur Alp? Hinunter zum Bach? Oder weiter zum Gantrischsee?

 

Ort der Kraft

Für welches Ziel man sich auch immer entscheidet, wenige Schritte nach dem Start ist man in der Einsamkeit. Umgeben von duftenden Wiesen und Wäldern und dem Summen der Insekten. Nur von weither erinnert ab und zu das Aufheulen eines Motorrads an die Zivilisation oder vielleicht auch an das beliebte Gurnigel-Bergrennen. Ja, es gäbe noch manche besondere Geschichte von hier oben zu erzählen. Auch vom Hotel. So soll einst ein Gast gesagt haben: «Wer so ein besonderes Hotel führt, wird auch selbst besonders sein.» In der Tat ist Claudia Meier eine besondere Hoteldirektorin. Sie ist transsexuell und leitete den Betrieb zehn Jahre lang als «Herr Meier». Anfang dieses Jahres beschloss sie, so zu leben, wie sie sich seit je fühlt: als Frau. «Endlich bin ich bei mir selbst angekommen», sagt sie. Und wo würde das besser passen als an einem solchen Ort der Kraft.

www.schwefelbergbad.ch

 

8. Juli 2011, Neue Zürcher Zeitung

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Sommersaison 2012
Do 17. Mai 2012 -
bis Oktober 2012

Zimmerkategorien im Überblick

Suite Schwefelberg
Bad mit Dusche & Eckbadewanne

Suite Romantik
Bad mit Dusche & Eckbadewanne

Chalet-Appartement
mit Cheminée

Juniorsuite
Schlafbereich mit Sitzecke & Balkon

Himmelbett-Juniorsuite
Bad mit Dusche & Badewanne

modernes Superiorzimmer
mit Dusche & Eckbadewanne

historisches Superiorzimmer
mit Dusche & Eckbadewanne

Standardzimmer
mit Dusche